Unwetter

Hochwasserinfo Pegel Roding

Viele Martinshörner waren am Freitagabend gegen 19 Uhr aus nah und fern zu hören. Man konnte vermuten, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. „Explosion bei der Firma mech-tron GmbH in Altenkreith. Vermisste und Verletzte Personen“, so lautete der Einsatzauftrag einer großangelegte Übung für die Hilfskräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst. Erneut sollte das Zusammenspiel beider Hilfsorganisationen geprobt werden.
Die ersteintreffende Feuerwehr aus Altenkreith meldet durch den stellvertretenden Kommandanten und Einsatzleiter Christian Weber die Explosion eines Gastanks auf dem Firmengelände. Beide Gebäude des Betriebes sind betroffen, starker Rauch ist zu erkennen und mehrere Personen werden vermisst. Umgehend beginnt die Feuerwehr aus Altenkreith unter schwerem Atemschutz mit der Personensuche. In rascher Folge treffen die Wehren aus Mitterdorf und der Rodinger Löschzug mit der Drehleiter und einem Wasserwerfer ein. Beide Wehren setzen ebenfalls sofort eine Vielzahl an Atemschutzgeräteträger, bestückt mit Wärmebildkameras, zur Personensuche ein und führen einen ersten Löschangriff mit dem Wasser aus den Tanklöschfahrzeugen und der Entnahme aus nahegelegenen Hydranten durch. Mit Hochdrucklüftern wird gleichzeitig versucht den Rauch aus den Gebäuden zu drücken um für eine klare Sicht der Einsatzkräfte im Innenangriff zu sorgen. Auch Hebekissen kommen bei eingeklemmten Personen im Gebäude zum Einsatz. Rund um das Übungsobjekt haben sich in der Zwischenzeit zahlreiche Zuschauer versammelt und verfolgen gespannt die weitere Vorgehensweise. Unter ihnen auch der zweite Bürgermeister Alfred Reger und der Bürgermeister aus Pösing, Edmund Roider.
Mit den Stadtfeuerwehren aus Fronau, Kalsing, Neubäu, Regenpeilstein, Obertrübenbach, Strahlfeld, Trasching, Wetterfeld,  Wiesing, Ziehring und Zimmering versuchte man das Löschwasser aus dem Kammerweiherbach, nahe dem Weiherhaus, zur Firma mech-tron GmbH entlang der Weiherhausstraße zu pumpen. Die aktuell herrschende Trockenheit machte den Einsatzkräften bei der Wasserentnahme zu Beginn kleine Probleme, da der Bach nur wenig Zentimeter Wasser führt. Das Problem konnte jedoch in kürzester Zeit gelöst werden. Letztendlich galt es mit den Tragkraftspritzen der Stadtfeuerwehren einen Höhenunterschied von über 30 Meter auf einer Länge von einem Kilometer zu bewerkstelligen.
Indessen unterstützen die Wehren aus Pösing und Walderbach bei der Verkehrsregelung und beim direkten Einsatz am Übungsobjekt. Die Versorgung der Verletzten hat in der Zwischenzeit der Malteser Hilfsdienst aus Rötz, Wald und Straubing bei einer Sammelstelle übernommen. Hierfür kam ein eigens für die Verletzten errichtetes Zelt zum Einsatz. Zu verzeichnen waren 16 verletzte Personen, davon drei Rettungspuppen, mit leichten bis schweren Verletzungen. Um Abschürfungen, Frakturen und Verbrennungen so realitätsnah wie möglich darzustellen, hatte ein speziell dafür einbezogenes Schminkteam aus Geiselhöring hervorragende Arbeit geleistet.
Für die Beobachtung des Geschehens aus der Luft kam ein Qudrocopter, eine Art Hubschrauber, mit einer Kamera zum Einsatz, welcher von Robert Straßer gelenkt wurde.
Nach etwa zwei Stunden konnte die Einsatzleitung, Christian Weber, die Übung als beendet erklären. In einer Abschlussbesprechung entschuldigte er den verhinderten Kreisbrandinspektor Alfons Janker sowie die beiden Kreisbrandmeister Hubert Hofweber und Martin Weigl. Weiter begrüßte er den anwesenden Kreisjugendwart Thomas Hierl und die Roswitha Meier, die Frauenbeauftragte der Feuerwehren. Er erläuterte noch einmal die Einsatzaufgabe, ehe die einzelnen Abschnittsleiter der Firmengebäude, der Wasserführung und des Rettungsdienstes ihr Resümee zogen.
Konrad Bauer, Kommandant der Feuerwehr Roding, fungierte als stiller Beobachter. Er stellte fest, dass solche Übungen sehr sinnvoll und wichtig seien, um Schwachstellen aufzudecken. Gleichzeitig wies er aber darauf hin, dass bei dieser Übung der „Idealfall“ in Bezug auf das Feuerwehrpersonal herrsche. „Während des Arbeitstages könnte es knapper werden“, so Bauer. Fazit war jedoch eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr und dem Rettungsdienst. Sein besonderer Dank galt dem Geschäftsführer Wolfgang Sterkel. Dieser stellte nicht nur die Firma mech-tron GmbH für den Übungszweck bereit, sondern leistete auch ohne Aufsehen bei der Hochwasserkatastrophe im letzten Jahr große Hilfe, als er kostenlos Personal und Fahrzeuge regional und überregional zur Verfügung gestellt hatte. Nicht immer sei dies eine Selbstverständlichkeit.
„Ganz großes Kino“, hieß Geschäftsführers Wolfang Sterkel die Einsatzkräfte willkommen. Er war sichtlich beindruckt von den Leistungen der Hilfskräfte in der Region. Ein Dank galt seinem Mitarbeiter Markus Zaremba, für die Organisation der Großübung und der Belegschaft, welche sich als Opfer zur Verfügung stellten. Er lud sodann zu einer Brotzeit in der eigens für die Übung bereitgestellte Feldküche des Malteser Straubing ein.
 Insgesamt waren an der Übung über 200 Hilfskräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst beteiligt.